Laktoseintoleranz

Durch die Unverträglichkeit von Laktose kommt es bspw. nach Milchgenuss u. a. zu Flatulenzen oder Diarrhö. Kleine Mengen wie 1-1,5 Glas Milch reichen schon aus, um die Symptome auszulösen.

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Laktoseintoleranz | Diagnostik von Laktoseintoleranz | Therapie von Laktoseintoleranz | Toleranzgrenze von Laktose

Laktoseintoleranz

Die Ursache hierfür liegt in einem Mangel des Enzyms Lactase in der Darmwand. So kann Lactose (Milchzucker) nicht (unzureichend) verdaut werden. Normalerweise sorgt das Enzym Lactase dafür, dass Lactose in einfachen Zucker umgewandelt wird. Weltweit sind mehr als 50% der Bevölkerung von diesem Enzymmangel betroffen. Jedoch mit einem größeren Anteil (>50%-100%) der Bevölkerung in Ländern der Kontinente Afrikas, Asiens und Südamerikas. In Europa und Nordamerika liegt die Häufigkeit bei 10-25%.

Häufig nimmt die Lactaseaktivität nach der Stillzeit ab und stellt den Normalfall dar. So sind dann auch ca. 75% der erwachsenen Weltbevölkerung von der Laktoseintoleranz betroffen. Die Laktoseintoleranz ist keine Allergie. Oftmals ist die Laktoseintoleranz mit der Zöliakie verbunden.

Diagnostik der Laktoseintoleranz

Um herauszufinden, ob man Laktose verträgt ist häufig ein einfacher Wasserstoffatemtest (Lactose-H2-Atemtest) ausreichend. In einigen Arzt-Praxen wird begleitend oder alleinig eine Blutzuckermessung durchgeführt. Eine singuläre Blutzuckermessung ist jedoch wenig spezifisch im Vergleich zum H2-Atemtest. Alternativ kann auch eine Dünndarm-Biopsie vorgenommen werden, um die Enzymaktivität zu messen.

Therapie der Laktoseinteoleranz

Sollte man unter einem starken Lactasemangelsyndrom leiden, ist eine restriktive lactosefreie Diät nötig. In folgender Tabelle sind exemplarisch einige Lebensmittel aufgeführt, die gemieden werden sollten:

 

Nahrungsmittel-Kategorie

Nahrungsmittel mit Lactose

Gebäck

Croissant, Kleinbrote, Spezialbrote, Zuckerbrötchen, Milchbrötchen, etc.

Süßwaren, Süßspeisen

Kekse, Waffeln, Torten, Kuchen, Patisserei, div. Teige, Backmischungen, etc.

Suppen, Soßen

Eissorten, Mohrenkopf, Zuckerwatte, Bonbons, Gummibärchen, Schokoriegel, Creme, Pudding, etc.

Fleisch, Fisch, Geflügel u. Wurstwaren

Beefsteak, Tatar, Hackbraten, Hamburger, Paniertes, Fleischpasteten, Terrine, Paniermischungen, etc.

Panaden, Beilagen

Knödel, Kroketten, Kartoffel-Fertigprodukte, Pasteten, Eierteigwraen, Spätzle, Gemüseköpfli (z. B. Spinattimbale), etc.

 

In vielen Produkten in den Ei enthalten ist, wird häufig auch Milch verwendet. Somit gleicht sich die Tabelle mit der im Punkt Hühereiallergie.

Wichtig bei der Beachtung ist auch, dass zahlreiche Medikamente Lactose als Grundsubstanz beinhalten.

 

Alternative Produkte sind:

  • Reis-, Mandel, Sojamilch, etc.
  • Sojajoghurt
  • Minus-L-Produkte
  • Fermentierte Produkte werden häufig vertragen (Hartkäse, Sauermilch, Joghurt, etc.)

 

Da ist Grenzen der der Verträglichkeit je nach schwere der Laktoseintoleranz variieren, gilt dass die Toleranzgrenze pro Patient eigenständig ermittelt werden sollte. Über 3-4 Wochen sollte keinerlei Produkt mit Lactose konsumiert werden (Zu meidende Produkte s. Tab. oben). Nach dieser Zeit sollte man beschwerdefrei sein und kann nun einzelne Produkte testen. Merkt man nach dem jeweiligen Konsum, dass der Körper mit Beschwerden (Flatulenzen, Diarrhö, etc.) regiert, notiert man sich das unverträgliche Produkt und kann an den folgenden Tagen, bzw. zu einem späteren Zeitpunkt am gleichen Tag ein weiteres Produkt testen.

Um die Verträglichkeit von lactosehaltigen Nahrungsmittel zu erhöhen, kölnnen lactasehaltige Präparate die (Laluk®, Lactrase®, Lactase Plus®, etc.) zugeführt werden.

Aufgrund des hohen Calciumgehaltes in Milch, die in der westlichen Welt, bei vielen Menschen zur täglichen Ernährung gehört, sollte bei einer Diät besonders darauf geachtet werden, dass alternative Produkte zur Calciumzufuhr eingenommen/ gegessen werden. Im besten Fall lässt man sich hier von seinem Arzt oder Ernährungswissenschaftler beraten.

Toleranzgrenze

Schon 18g (1-1,5 Glas Milch) genügen, um die oben genannten Symptome auszulösen. Jedoch nimmt jeder Mensch die Schwelle des Unwohlseins anders oder nach unterschiedlichen Zeiträumen war. Dies hängt ab von einigen Faktoren wie:

 

  • Laktosemenge, die konsumiert wurde
  • Magenentleerungsgeschwindigkeit
  • Lactaseaktivität der Dünndarmschleimhaut
  • Etc.

 

In einigen Fällen können kleine Mengen bis zu 12g Lactose/d jedoch vertragen werden, so dass nicht komplett auf Milchprodukte verzichtet werden muss.
Leidet man jedoch wie im Punkt Therapie geschrieben, unter einem ausgeprägten Lactasemangelsyndrom, so sollten maximal 1 g/d „verzehrt“ werden, also Diät halten!

 

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